Nationale Gedenkstätten und ONaCVG

Das Landesamt für Kriegsveteranen und -opfer (ONaCVG) ist im Auftrag des Staates mit der Verwaltung, dem Betrieb und der Weitergabe der Erinnerung für mehrere nationale Gedenkstätten beauftragt. Diese Stätten im Besitz des Staates, die dem französischen Ministeriums der Streitkräfte unterstehen, tragen die Erinnerung an Konflikte der Moderne weiter und sind wichtige historische Orte der Besinnung.

Unter ihnen nimmt die KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof einen besonderen Platz ein. Die Stätte im Elsass ist das einzige NS-Konzentrationslager auf französischem Boden. Unter der Verantwortung des französischen Ministeriums der Streitkräfte wird die Stätte mithilfe der Direktion für Gedenken, Kulturgut und Archive (DMCA) seit 2010 vom ONaCVG verwaltet. Sie zeugt von Verfolgung, Deportation und Gewalt, die Zehntausende Männer und Frauen während des Zweiten Weltkriegs erlitten haben.

Nationale Gedenkstätten

Nationale Gedenkstätte Gefängnis Montluc

📍 Lyon

Die Gedenkstätte des ehemaligen Militärgefängnisses, das unter dem Vichy-Regime und der NS-Besatzung genutzt wurde, zeichnet die Geschichte der Unterdrückung, der Internierungen und des Widerstands während des Zweiten Weltkriegs sowie die verschiedenen Stationen des Gefängnisses zwischen 1921 und 1990 nach.

Gedenkstätte der Landung und Befreiung der Provence

📍 Toulon

Die Gedenkstätte auf dem Mont Faron ehrt die Kämpfer und die Landungsoperationen in der Provence vom 15. August 1944, die einen Beitrag zur Befreiung des französischen Staatsgebiets geleistet haben.

Gedenkstätte Mont-Valérien

📍 Suresnes

Mont-Valérien, die wichtigste Hinrichtungsstätte in Frankreich unter deutscher Besatzung, ehrt das Andenken an die im Zweiten Weltkrieg erschossenen Widerstandskämpfer und Geiseln.

Gedenkstätte der Märtyrer der Deportation

📍 Paris

Diese Gedenkstätte zu Ehren der Deportierten aus Frankreich lädt zur Besinnung und zur Weitergabe des Gedenkens an die Opfer des NS-Systems der Konzentrationslager ein.

Office national des combattants et des victimes de guerre

Eine staatliche Aufgabe

Mithilfe dieser Stätten erfüllt das ONaCVG einen öffentlichen Auftrag, der auf drei wesentlichen Grundsätzen beruht: Bewahren, Verstehen und Weitergeben.

Diese Aufgabe ist Teil des Engagements, das nationale Gedächtnis lebendig zu halten, der Opfer zu gedenken und das Bewusstsein der Bürger für die Grundwerte der Freiheit, der Menschenwürde und des Friedens zu schärfen.

Die nationalen Gedenkstätten sind somit zugleich Räume für historisches Wissen und Orte der Reflexion über Gegenwart und Zukunft.

Bildungsstätten für die Weitergabe

Die vom ONaCVG verwalteten Stätten empfangen jedes Jahr zahlreiche Besucher, insbesondere junge Besucher und Schulklassen. Durch Besuche, Workshops und pädagogische Angebote tragen die Stätten dazu bei, Geschichte zu vermitteln und kritisches Denken zu entwickeln.

Die Teams an diesen Standorten begleiten die Besucher beim Verständnis historischer Ereignisse und ihrer aktuellen Herausforderungen.

Räume der Besinnung und des Gedenkens

Die nationalen Gedenkstätten sind auch Besinnungsorte. Sie ehren das Andenken an die Opfer von kriegerischen Auseinandersetzungen, an die Deportierten, an die Widerstandskämpfer und an alle Männer und Frauen, die für die Freiheit gelitten oder gekämpft haben.

Sie erinnern an die Bedeutung des Gedenkens und an die Notwendigkeit, wachsam angesichts der Risiken von Diskriminierung, Hass und Vergessen zu bleiben.

Gemeinsame Verantwortung

Erhalt dieser Stätten und Weitergabe von Fakten liegen in der gemeinsamen Verantwortung von Institutionen, Akteuren des Gedenkens und Bürgern.

Indem sie es jedem Einzelnen ermöglichen, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, tragen die nationalen Gedenkstätten dazu bei, ein kollektives Bewusstsein zu fördern und die Werte der Republik zu stärken.